Handwerk im Blick – Craft Camp 2017

Handwerksbetriebe

11. Mai 2017 • KUNST & KULTUR, Niederösterreich

Dieses Wochenende durften wir im Rahmen des Craft Camps den schönen Himmelkeller in Kronberg entdecken. Wir sind von der Wirtschaftskammer Niederösterreich eingeladen worden, einen ganzen Tag lang viele verschiedene traditionelle Handwerksbetriebe kennen zu lernen. 

Bereits die Hinfahrt war Urlaub für die Augen – nichts als schöne Natur und Felder weit und breit. Zum Schluss fährt man sogar durch eine malerisch schöne „Allee“, die von beiden Seiten mit saftig grünen Bäumen umsät ist. Ein Highlight nach ein paar Tagen voll grauer Wolken und keiner Aussicht auf Natur. Von Wien braucht man übrigens lediglich 40 Minuten, bis man in das kleine Dörfchen kommt. Dort sind wir links zum Himmelkeller eingebogen und immer weiter in eine ruhige und schöne Gegend eingetaucht. Der Himmelkeller ist ein ziemlich großes Areal mit verwunschenen Ecken und romantischen Kellergassen. An den Wänden und Decken kann man viele verschiedene Handwerksgegenstände finden, die Prof. Hermann Bauch, der viel Wert auf Symbole der Waldviertler Tradition und Religion legt, zu Lebzeiten zusammen getragen hat. Daraus entwickelte sich der Himmelkeller, der sich mittlerweile zu einem ganzheitlichen, begehbaren Museum entwickelt hat. Ein Ort für Entdeckungen und Veranstaltungen, Historien und Handwerk.

Himmelkeller

Dort angekommen, waren wir natürlich einer der ersten. Aber okay, Pünktlichkeit liegt uns im Blut. Wir wurden erst einmal mit einem frischen und reichhaltigen Buffet überrascht – ganz nach unseren Wünschen. Kaffee, Brötchen, Gebäck – alles von Produzenten, die einerseits beim Workshop mitwirken und andererseits aus der Gegend stammen.

Tapezieren

Danach ging es auch schon los und wir durften einerseits zusehen wie man richtig Parkett verlegt, tapeziert und Stuck an die Wand anbringt und andererseits beim Bäckermeister beim Mohnflesserl und Striezel machen helfen. Während wir uns dachten, Profis in der Flechtkunst zu sein, zeigte uns Philip Stoiber der Bäckermeister, dass 3er-Flechten eigentlich nur was für Kleinkinder sei. Übrigens ist auch das Semmel-Machen nichts für Ungeübte. Meine ist bereits vor dem Backen wieder in ihre Ausgangsform zurück gesprungen…

Backen mit dem Bäckermeister

Währenddessen konnte man im Konzertstadl einiges über Fleisch und Wurst erfahren – deswegen mussten wir auch dort kurz vorbeischauen. Beides – Fleischermeister und –innen aus Leidenschaft – das spürt man gleich! Sie zeigten uns, was man alles aus dem Schwein machen kann und wie es restlos verwertet werden kann!

Fleischhauer

Zu Mittag stattete die Fleischerei Steiner das Buffet mit Strudeln aller Art, Salaten und Co aus. Danach ging es weiter zum Eulen-Schnitzen mit Stefan Stadler. Natürlich mit einer Motorsäge. Klar, dass wir das ausprobieren müssen und uns Gott sei Dank nicht verletzt haben! Hinterher schwangen wir noch einen Hammer und klopften einen Metallring an ein Fass, während Georg Benninger jeden unserer Schläge pflichtbewusst lobte – gleich ob sich der Ring keinen Millimeter bewegte. Daraufhin waren wir wieder bereit für einen Nachmittagskaffee – der Tag hatte es wirklich in sich.Eulen Schnitzen

Am Nachmittag erlernten wir noch Hilfreiches über die Messerschmiede und über das Fertigen und richte Putzen von (Mass-)Schuhen. Im gleichen Raum war es zudem möglich, mit Hilfe von Eva Maria Handl-Lagler, sommerliche Röcke selbst zu nähen.Schuhmacher

Zum Schluss ist nur noch zu sagen, dass wir uns sehr gefreut haben, mit dabei sein zu dürfen und so tolle Handwerksbetriebe kennen gelernt zu haben. Es ist immer wieder schön zu sehen, was man selbst alles herstellen kann und erschreckend festzustellen, wie viel eigentlich durch die fortschreitende Modernisierung verloren geht. Auf jeden Fall macht es immer wieder einen bleibenden Eindruck, wie groß doch die Unterschiede zwischen solchen Produkten aus handwerklichen Betrieben und kurzlebigen Waren vom Band ist.

Röcke nähen

Andere Betriebe: Herstellung von Glasschmuck, Kollodiumnassplattenfotografie

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